Grau und verhangen verabschiedet sich ein zuvor goldener Sommertag und fliegt still in eine düsterlaue Dämmerung, die nach Regen duftet.
Er sagt leise Gute Nacht und lässt mich hier ganz allein mit meinen Gedanken sitzen. Einfach so.
Der Wein ist zu sauer. Doch rinnt er in mich, als sei er quellfrisches Wasser nach einem Vierzig-Kilometer-Trip in der Sahara.
Es ist einmal mehr einer der Abende, an denen es Zeit ist, etwas anderes zu tun, als dröge fernzusehen oder sich mit Gesellschaft zu umgeben, egal welcher Art, nur um reden zu können.
Aus der kleinen Kompaktanlage klingen "The Divine Comedy" und vorsorglich liegen gleich zwei volle Schachteln Zigaretten auf dem massiven, dunkelhölzernen Schreibtisch mit der schwarzen Kunststoffunterlage.
Sie ist übersäht mit feuchtklebrigen Rotweinflaschenbodenrändern und wild verteilten Ascheflöckchen.
Die nur schwach leuchtende Akademikerlampe und die Streuung der weißkalten Luminiszenz des Computerbildschirmes schieben langsam, doch bestimmt die Wirklichkeit aus dem heute so heiligen Zimmer.
Sonst ist es einfach nur ein Zimmer...praktisch, wohnlich, nett, hell, fünfzehn Quadratmeter...
Heute Nacht wird es eine Kirche sein, ein Tempel, ein Schloss- ein Luftschloss.
Heute wird es die Bettdecke sein, unter der ich als Kind nachts heimlich mit einer Taschenlampe einen Krimi las. ...
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